Blumen ins Spital: so kommt Ihr Gruß gut an
Ein Strauß am Nachtkästchen erinnert daran, dass draußen jemand an einen denkt. Damit er nicht an der Stationstür hängen bleibt, braucht es ein wenig Vorbereitung: die richtigen Angaben, eine passende Sorte und einen kurzen Anruf auf der Station.
Gibt es eine einheitliche Regel für Österreich?
Nein. Ob Landesklinikum, Ordensspital, Universitätsklinikum oder Privatklinik: Welche Blumen auf die Station dürfen, legt jedes Haus selbst fest, meist gemeinsam mit seinem Hygieneteam. Innerhalb eines Spitals können die Abteilungen unterschiedlich streng sein. Dazu kommt, dass sich Regeln vorübergehend ändern können, etwa wenn in einer Infektwelle Besuche eingeschränkt werden. Auch die Besuchszeiten unterscheiden sich von Haus zu Haus; Sie finden sie auf der Website des Spitals.
Darum lautet unser wichtigster Rat: Rufen Sie vor der Bestellung auf der Station an und fragen Sie, ob Schnittblumen angenommen werden. Die Telefonnummer der Station steht meist auf der Website oder ist über die Zentrale erreichbar. Rechnen Sie aber damit, dass Sie aus Datenschutzgründen keine Auskunft darüber bekommen, ob eine bestimmte Person dort liegt. Station und Zimmernummer erfahren Sie am verlässlichsten von der Patientin oder dem Patienten selbst oder von den Angehörigen.
Womit Sie je nach Station rechnen können
Die folgende Übersicht zeigt, was üblich ist. Verbindlich ist immer die Auskunft der jeweiligen Station.
| Bereich | Blumen? | Hintergrund |
|---|---|---|
| Allgemeine Stationen (Unfallchirurgie, Orthopädie, Innere Medizin) | Häufig ja | Schnittblumen in einer Vase werden meist angenommen. In Mehrbettzimmern auf Duft und Größe achten, die Zimmernachbarn sollen sich nicht gestört fühlen. |
| Geburtenstation | Häufig ja | Ein klassischer Anlass. Nach einer ambulanten Geburt sind Mutter und Kind aber oft schon nach wenigen Stunden daheim, dann lieber nach Hause schicken. |
| Intensivstation, Überwachung | In der Regel nein | Hier zählt jedes Hygienerisiko. Warten Sie, bis die Person auf eine allgemeine Station verlegt ist. |
| Hämatologie, Onkologie, Transplantation | Oft nein | Bei geschwächter Abwehr gelten Blumenwasser, Erde und Blütenstaub als Keimquellen. Unbedingt vorher fragen. |
| Psychiatrie | Unterschiedlich | Manchmal sind Glasvasen nicht gestattet. Ein Strauß im Wasserbeutel oder in einem bruchsicheren Gefäß ist die Lösung. |
| Reha-Zentrum, Pflegeheim | Meist ja | Hier bleiben Menschen länger, ein haltbarer Strauß lohnt sich. Erkundigen Sie sich nach den Zustellzeiten am Empfang. |
Die Zustellung: Angaben, die wirklich zählen
Viele Spitäler in Österreich sind große Areale mit mehreren Häusern, Trakten oder Pavillons. Die Zustellerin gibt den Strauß in der Regel am Portier, an der Information oder direkt auf der Station ab, je nachdem, wie es das Haus handhabt. Je vollständiger Ihre Angaben sind, desto schneller findet der Strauß ans richtige Bett.
- Vollständiger Name
Vor- und Nachname, so wie die Person im Spital aufgenommen wurde. Bei häufigen Namen ist die Zimmernummer besonders wichtig.
- Haus und Adresse
Den offiziellen Namen des Spitals und die Adresse des Haupteingangs. Wenn bekannt, Gebäude oder Trakt dazuschreiben.
- Station und Zimmer
Abteilung oder Station, so wie sie im Haus heißt, und die Zimmernummer. Im Lieferhinweis „Patientin“ oder „Patient“ vermerken.
- Ihre Telefonnummer
Gibt es Rückfragen oder wurde die Person verlegt, kann man Sie erreichen. Bestellen Sie werktags bis 14 Uhr, ist eine Zustellung am selben Tag oft möglich; am Wochenende ist das Angebot je nach Region eingeschränkt.
Wenn die Entlassung schneller kommt als der Strauß
Das kommt öfter vor, als man denkt, weil Aufenthalte heute kurz sind. Melden Sie sich sofort beim Blumenversand: Solange der Strauß nicht unterwegs ist, lässt sich die Adresse meist noch ändern. Ohnehin gilt: Wer in ein paar Tagen heimkommt, freut sich über Blumen zu Hause oft mehr. Dort ist Platz, es gibt eine richtige Vase, und der Strauß begleitet die Erholung statt nur die letzte Nacht im Krankenzimmer.
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Sträuße ansehenWelche Blumen ins Krankenzimmer passen
Im Krankenzimmer ist es warm, die Luft ist trocken, und der Platz am Nachtkästchen teilt sich der Strauß mit Wasserglas, Brille und Handy. Gute Kandidaten sind deshalb Blumen, die kaum duften, lange halten und nicht zu groß werden.
Tulpen und Ranunkeln für die kalte Jahreszeit
Von Dezember bis ins Frühjahr sind Tulpen die naheliegende Wahl: fast ohne Duft, in vielen Farben erhältlich und ein Versprechen, dass der Frühling kommt. Ranunkeln mit ihren dicht gefüllten Blüten wirken zarter und eignen sich für kleine Sträuße. Beide trinken viel. Das Pflegepersonal hat keine Zeit, Wasser nachzufüllen, bestellen Sie deshalb wenn möglich einen Strauß mit eigenem Wasserbehälter.
Gerbera und Alstroemerien das ganze Jahr
Gerbera sind praktisch geruchlos und bringen kräftige Farbe in einen eher nüchternen Raum. Alstroemerien gehören zu den haltbarsten Schnittblumen überhaupt und überstehen auch eine längere Liegezeit gut. Beide sind eine sichere Wahl, wenn Sie nicht wissen, wie empfindlich die Zimmernachbarn sind.
Narzissen nur allein in der Vase
Narzissen sind ein fröhlicher Frühlingsgruß, geben aber einen Schleim ab, der andere Blumen in derselben Vase schneller welken lässt. Im Spital, wo niemand umstecken kann, passen sie daher am besten als reiner Narzissenstrauß.
Was in Österreich missverstanden werden kann
Hierzulande sind Chrysanthemen eng mit Allerheiligen und dem Grabschmuck verbunden, weiße Lilien und Callas mit Begräbnissen. Für jüngere Menschen spielt das kaum eine Rolle, für ältere Patientinnen und Patienten im Krankenbett kann es aber eine unglückliche Botschaft sein. Wählen Sie für sie lieber helle, lebendige Farben. Rote Rosen sind dem Ehemann, der Ehefrau oder der Lebensgefährtin vorbehalten; von Kolleginnen oder Nachbarn wirken sie im Krankenzimmer schnell fehl am Platz.
Gut fürs Krankenzimmer
- Tulpen - kaum Duft, Saison von Dezember bis Mai
- Gerbera - geruchlos und farbenfroh
- Alstroemerien - sehr lange haltbar
- Ranunkeln - zart und duftarm
- Mini-Strauß im eigenen Wasserbehälter - niemand muss eine Vase auftreiben
Lieber nicht
- Lilien - intensiver Duft, färbender Blütenstaub, Trauersymbolik
- Hyazinthen - ihr Duft füllt das ganze Krankenzimmer
- Chrysanthemen - bei älteren Menschen Allerheiligen-Assoziation
- Topfpflanzen mit Erde - in den meisten Häusern unerwünscht
- Große Gestecke - finden am Nachtkästchen keinen Platz
Ein paar Worte auf der Karte
Halten Sie die Karte kurz und zuversichtlich, ohne Krankheit oder Diagnose zu erwähnen; die Karte liest vielleicht auch das Personal. Bewährt haben sich:
Wenn Blumen nicht erlaubt sind
Ist die Antwort der Station ein Nein, gibt es trotzdem Wege, Anteil zu nehmen: eine Karte mit ein paar persönlichen Zeilen, ein ausgedrucktes Foto von daheim, ein Hörbuch oder ein Anruf zur passenden Zeit. Den Strauß heben Sie sich für den Tag der Heimkehr auf; dann ist er ein Willkommensgruß. Wie Sie Blumen nach Hause schicken und worauf es beim Liefertermin ankommt, erklärt unser Ratgeber zum Blumenversand. Damit der Strauß lange hält, helfen unsere Pflegetipps.
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Fragen und Antworten
Sind Blumen in österreichischen Spitälern erlaubt?
Eine einheitliche Regel gibt es nicht. Auf vielen Normalstationen sind Schnittblumen willkommen, auf Intensivstationen und bei Patienten mit geschwächter Abwehr meist nicht. Die Regeln legt jedes Haus und oft jede Station selbst fest, deshalb vor der Bestellung kurz auf der Station anrufen.
Welche Angaben braucht die Zustellung ins Spital?
Vollständiger Name der Patientin oder des Patienten, Name und Adresse des Spitals, Station oder Abteilung und wenn möglich die Zimmernummer. Dazu Ihre Telefonnummer für Rückfragen.
Warum sollte ich Chrysanthemen und weiße Lilien eher meiden?
Chrysanthemen sind in Österreich eng mit Allerheiligen und dem Grabschmuck verbunden, weiße Lilien und Callas mit Begräbnissen. Gerade ältere Menschen können das im Krankenbett falsch verstehen. Lilien duften außerdem stark und ihr Blütenstaub färbt.
Was tun, wenn Blumen auf der Station nicht erlaubt sind?
Schicken Sie den Strauß nach der Entlassung nach Hause, wenn die Genesung dort weitergeht. Bis dahin freut sich die Person über eine Karte, ein Foto von daheim oder einen Anruf.
Was passiert, wenn die Person schon entlassen wurde?
Melden Sie sich so schnell wie möglich beim Blumenversand. Ist der Strauß noch nicht unterwegs, lässt sich die Lieferadresse meist auf die Wohnadresse ändern.