Narzissen: Vasentricks, Giftigkeit und die Sternnarzissen im Ausseerland
Wer im März einen Bund gelber Narzissen heimträgt, holt sich den Frühling ins Wohnzimmer. Damit er dort lange bleibt und die übrigen Blumen in der Vase nicht darunter leiden, braucht die Narzisse (Narcissus) ein paar Handgriffe, die bei keiner anderen Schnittblume nötig sind. Hier lesen Sie, welche das sind, wann Narzissen bei uns blühen, wo sie in Österreich sogar wild wachsen und warum man Zwiebel und Saft ernst nehmen sollte.
Frühlingsblumen online bestellen und noch heute zustellen lassen.
Jetzt Blumen bestellenGarten-Osterglocke und wilde Sternnarzisse
Wenn in Österreich von Narzissen die Rede ist, meinen die meisten eine von zwei recht unterschiedlichen Pflanzen. Die eine ist die gelbe Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus und ihre zahllosen Gartenformen) mit der langen Trompete in der Mitte. Sie blüht in Gärten, Parks und an Böschungen tieferer Lagen meist im März und April und ist die klassische Schnittblume rund um Ostern.
Die andere ist die weiße Sternnarzisse (Narcissus radiiflorus, oft auch als Unterart der Dichternarzisse geführt). Sie hat sternförmig abstehende, schneeweiße Blütenblätter und nur ein winziges, gelbes Krönchen mit rotem Rand. Diese Art ist in Österreich heimisch und wächst wild in der Steiermark, in Nieder- und Oberösterreich sowie in Kärnten. Sie blüht deutlich später als die Gartennarzissen: je nach Seehöhe zwischen Mitte Mai und Mitte Juni. Am bekanntesten sind ihre Bestände im steirischen Salzkammergut, wo ganze Bergwiesen weiß werden.
Das Narzissenfest im Ausseerland
Rund um Bad Aussee, Altaussee und Grundlsee wird die Sternnarzissenblüte jedes Jahr Ende Mai oder Anfang Juni mit dem Narzissenfest gefeiert, dem größten Blumenfest Österreichs. In den Tagen davor pflücken freiwillige Helferinnen und Helfer Hunderttausende Blüten auf den Wiesen. In der Nacht vor dem Festsonntag stecken sie die Blüten in wenigen Stunden auf Drahtgerüste, aus denen große Figuren entstehen, von Tieren bis zu Fantasiewesen. Diese Figuren werden in Bad Aussee und auf einem der beiden Seen, dem Altausseer See oder dem Grundlsee, gezeigt. Dazu gehören eine Narzissenkönigin und zwei Prinzessinnen, die ein Jahr lang im Amt sind.
Das Pflücken für das Fest schadet den Beständen nicht, im Gegenteil: Laut den Veranstaltern regt es die Pflanzen zu stärkerer Vermehrung über die Zwiebel an. Entscheidend für die Narzissenwiesen ist vielmehr, dass sie extensiv bewirtschaftet und spät gemäht werden. Wenn Sie zur Blütezeit wandern, gilt trotzdem: Die Wiesen sind bewirtschaftetes Land. Bleiben Sie auf den Wegen und pflücken Sie nicht auf fremdem Grund.
Ein Frühlingsstrauß für jemanden in Wien, Graz oder Innsbruck? Lieferung in ganz Österreich.
Preise und Sortiment ansehenWarum Narzissen zuerst allein in die Vase gehören
Schneidet man einen Narzissenstiel an, tritt ein zäher, klarer Schleim aus. Er enthält unter anderem das Alkaloid Lycorin und setzt bei anderen Schnittblumen die Leitungsbahnen im Stiel zu. Tulpen, Rosen oder Ranunkeln, die frisch angeschnitten neben frisch angeschnittenen Narzissen stehen, nehmen dann schlechter Wasser auf und lassen früher die Köpfe hängen. Mit dieser Reihenfolge vermeiden Sie das:
- Anschneiden: Schneiden Sie die Narzissen mit einem scharfen Messer schräg an und stellen Sie sie in eine eigene Vase oder einen Kübel mit kühlem Wasser.
- Vorquellen lassen: Geben Sie ihnen rund 24 Stunden Zeit. In dieser Zeit tritt der Großteil des Schleims aus.
- Abspülen statt nachschneiden: Spülen Sie die Stielenden unter fließendem Wasser ab. Schneiden Sie sie danach nicht mehr an, sonst beginnt das Ganze von vorn.
- Erst jetzt mischen: Stellen Sie die Narzissen zu den anderen Blumen in frisches Wasser.
Wer sich das sparen möchte, stellt Narzissen einfach als reinen Strauß auf. Ein großer Bund in einem schlichten Glaskrug wirkt ohnehin oft am schönsten. Hyazinthen geben übrigens ebenfalls Schleim ab, wenn auch weniger. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zur Hyazinthe.
Schnittnarzissen kaufen und lange genießen
Im Blumengeschäft und am Markt gibt es Narzissen schon ab Jänner, lange bevor sie im Garten blühen. Am längsten haben Sie etwas davon, wenn die Knospen noch geschlossen sind, aber schon Farbe zeigen und sich leicht zur Seite neigen. Gärtner sprechen vom Gänsehalsstadium. Ganz grüne, aufrechte Knospen öffnen sich in der Vase manchmal nicht mehr richtig. In warmen Wohnräumen gehen Narzissen schnell auf und verblühen ebenso schnell. Mit diesen Punkten verlängern Sie die Freude:
- Verwenden Sie wenig, aber kühles Wasser. Narzissen brauchen keinen tiefen Wasserstand.
- Erneuern Sie das Wasser alle ein bis zwei Tage, denn der Schleim trübt es rasch.
- Stellen Sie die Vase über Nacht an einen kühlen Ort, etwa ins Stiegenhaus oder in ein ungeheiztes Zimmer.
- Halten Sie Abstand zur Obstschale. Reifes Obst gibt Ethylen ab, das Blüten schneller altern lässt.
Bei guter Pflege halten Schnittnarzissen meist rund eine Woche. Weitere Arten mit langer Vasenhaltbarkeit finden Sie in unserer Übersicht Schnittblumen, die am längsten halten.
Sorten, denen Sie im Frühjahr oft begegnen
Weltweit sind Zehntausende Narzissensorten registriert. In Gärtnereien, Supermärkten und im Blumenhandel tauchen aber immer wieder dieselben bewährten Namen auf:
- 'Tête-à-Tête': Die kleine Topfnarzisse vom Ostertisch, nur etwa 15 bis 20 cm hoch, oft mit zwei oder drei Blüten pro Stiel. Nach der Blüte können Sie sie ins Freie auspflanzen.
- 'Carlton': Eine robuste, einfarbig gelbe Großblumige, die man häufig als Schnittware bekommt.
- 'Ice Follies': Cremeweiße Blütenblätter mit breiter, anfangs zitronengelber Krone, die mit der Zeit fast weiß wird.
- 'Thalia': Reinweiß, mit mehreren nickenden Blüten pro Stiel. Wirkt zart und passt gut zu weißen Tulpen.
- 'Geranium': Eine Tazette mit weißen Blüten und kleinen orangeroten Kronen, mehrere Blüten pro Stiel und mit kräftigem Duft.
- Papierweiße Narzissen (Narcissus papyraceus): Werden im Winter im Haus angetrieben und blühen ohne Kälteperiode. Ihr intensiver Duft ist nicht jedermanns Sache, für kleine Räume sind sie oft zu stark.
Narzissen im Garten und auf dem Balkon
Narzissenzwiebeln kommen von September bis Oktober in die Erde, solange der Boden noch warm ist. Als Faustregel pflanzen Sie sie etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist, in durchlässige Erde und an einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Staunässe vertragen sie schlecht. Ein großer Vorteil gegenüber Tulpen: Wühlmäuse meiden Narzissenzwiebeln, weil sie giftig sind. In Gärten mit Wühlmausproblemen sind Narzissen daher oft die einzigen Frühlingszwiebeln, die Jahr für Jahr wiederkommen.
Nach der Blüte schneiden Sie nur die verwelkten Blüten ab. Das Laub bleibt stehen, bis es gelb wird, denn in diesen Wochen sammelt die Zwiebel Kraft für das nächste Frühjahr. Wer das Laub zu früh abmäht oder zusammenbindet, sieht im Folgejahr oft nur noch Blätter. Topfnarzissen vom Ostermarkt können Sie nach dem Verblühen mitsamt Laub ins Beet setzen. Im ersten Jahr blühen sie manchmal schwächer, danach meist wieder zuverlässig.
Narzisse auf einen Blick
| Merkmal | Narzisse |
|---|---|
| Haltbarkeit in der Vase | Meist etwa eine Woche |
| Gartenblüte in tieferen Lagen | März bis April |
| Sternnarzisse im Ausseerland | Mitte Mai bis Mitte Juni |
| Pflanzzeit der Zwiebeln | September bis Oktober |
| Mit anderen Blumen mischen | Erst nach etwa 24 Stunden in eigener Vase |
| Giftig | Ja, alle Teile, besonders die Zwiebel |
Bedeutung: Neubeginn statt Eitelkeit
Den Namen verdankt die Gattung dem Narkissos der griechischen Sage, der sich in sein Spiegelbild verliebte. Im Alltag denkt dabei kaum jemand an Selbstverliebtheit. Eine Narzisse steht für den Neubeginn nach dem Winter, für Zuversicht und gute Laune. Sie passt deshalb gut zu Genesungswünschen, als Mitbringsel zum Osterbesuch oder als kleines Dankeschön. Welche Botschaft andere Blumen tragen, erklären wir im Ratgeber zur Blumensprache.
Gelb, weiß oder bunt gemischt: Schicken Sie jemandem einen Frühlingsgruß mit Narzissen, zugestellt in ganz Österreich.
Strauß wählen →