Kondolenzblumen: Anteilnahme zeigen, wenn die Worte fehlen
Wenn die Parte im Postkasten liegt oder die traurige Nachricht per Telefon kommt, möchte man etwas tun und weiß oft nicht, was. Ein Strauß ins Trauerhaus mit ein paar ehrlichen Zeilen ist eine stille, aber spürbare Form der Anteilnahme. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten: von der Parte über die Blumenwahl bis zur Karte.
Kondolenzblumen sind nicht dasselbe wie Trauerblumen
Bei einem Todesfall gibt es zwei verschiedene Blumengrüße. Kranz, Gesteck und Trauerstrauß mit Schleife werden zur Einsegnung in die Aufbahrungshalle, in die Kirche oder ans Grab gebracht; sie gelten der verstorbenen Person. Kondolenzblumen dagegen gehen an die Lebenden: an den Witwer, die Kinder, die Eltern, nach Hause und mit einer Karte. Sie dürfen deshalb persönlicher und wohnlicher sein. Viele schicken beides. Alles zu Kranz und Schleife lesen Sie in unserem Ratgeber Blumen zur Beerdigung.
Zuerst die Parte genau lesen
Die Parte, also die Todesanzeige, die in Österreich verschickt, ausgehängt oder von der Bestattung online gestellt wird, enthält oft Hinweise, die Ihnen die Entscheidung abnehmen. Achten Sie auf folgende Formulierungen:
- „Wir bitten von Kranz- und Blumenspenden abzusehen …“, häufig mit dem Zusatz, stattdessen für die Pfarre, ein Hospiz oder einen Verein zu spenden. Diese Bitte gilt dem Begräbnis. Respektieren Sie sie und spenden Sie wie gewünscht. Eine Karte ins Trauerhaus, gern mit dem Hinweis auf Ihre Spende, ist dann der passende Gruß.
- „Die Familie bittet, von Beileidsbezeugungen in der Aufbahrungshalle und am Grab Abstand zu nehmen.“ Dieser Satz steht in Österreich recht häufig. Er bedeutet nicht, dass Anteilnahme unerwünscht ist, sondern dass die Familie beim Begräbnis nicht dutzende Hände schütteln möchte. Eine Karte oder Blumen nach Hause sind dann genau der richtige Weg.
- Gebet oder Rosenkranz am Vorabend: Vor allem auf dem Land lädt die Familie oft am Abend vor dem Begräbnis zum gemeinsamen Gebet in die Pfarrkirche ein. Wer dort hingeht, kann persönlich kondolieren und die Blumen später schicken.
- Online-Kondolenzbuch: Viele Bestattungen stellen die Parte auf ihre Website und bieten dort ein digitales Kondolenzbuch an. Ein Eintrag dort ersetzt keinen persönlichen Gruß, ist aber eine gute Ergänzung, wenn Sie weiter weg wohnen.
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Kondolenzblumen ansehenWelche Blumen ins Trauerhaus passen
Weiße und cremefarbene Blüten sind die sichere Wahl, Pflicht sind sie aber nicht. Ein Strauß in sanftem Rosa, Flieder oder Hellblau wirkt im Wohnzimmer oft tröstlicher als strenges Weiß. Kräftiges Rot bleibt dem engsten Kreis vorbehalten, grelles Orange und Gelb passen eher zu fröhlichen Anlässen. Bewährt haben sich:
- Weiße Rosen mit etwas Grün: zurückhaltend, für jede Beziehung zur Familie passend.
- Nelken: unterschätzt, aber ideal, weil sie in der Vase sehr lange frisch bleiben. Die Familie hat in den ersten Wochen anderes zu tun, als täglich welke Blüten auszusortieren.
- Lilien: der Klassiker, mit zwei Einschränkungen. Ihr Duft ist in einer kleinen Wohnung schnell zu viel, und für Katzen sind sie giftig. Fragen Sie sich, ob im Haushalt Tiere leben.
- Eine Topfpflanze wie eine weiße Orchidee: Sie braucht keine Vase, verwelkt nicht nach einer Woche und erinnert noch lange an Ihre Anteilnahme.
- Die Lieblingsblumen der verstorbenen Person, wenn Sie sie kennen. Das berührt die Angehörigen oft am meisten, auch wenn es Sonnenblumen sind.
Ein praktischer Gedanke, den viele übersehen: In einem Trauerhaus kommen in kurzer Zeit oft viele Sträuße an, und irgendwann gehen die Vasen aus. Ein Arrangement im eigenen Gefäß oder eine Pflanze im Topf nimmt der Familie diese Sorge ab.
Der richtige Zeitpunkt
Für Anteilnahme ist es selten zu spät. Bewährt haben sich diese Zeitpunkte:
- In den ersten Tagen nach der Parte: der übliche Zeitpunkt. Die Blumen zeigen, dass Sie an die Familie denken, während sie das Begräbnis organisiert.
- Einige Wochen später: Wenn die Besuche weniger werden und der Alltag zurückkehrt, fühlen sich viele Hinterbliebene am einsamsten. Ein Strauß zu diesem Zeitpunkt wird selten vergessen.
- Zum ersten Allerheiligen: In Österreich gehen am 1. November viele Familien gemeinsam auf den Friedhof, oft zur Gräbersegnung am Nachmittag. Das erste Allerheiligen nach einem Todesfall ist für Angehörige besonders schwer. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Allerheiligen.
- Zum ersten Jahrestag: Viele Familien lassen dann eine Gedenkmesse lesen. Ein paar Blumen mit „Wir denken heute an euch“ zeigen, dass die verstorbene Person nicht vergessen ist.
Auch Wochen nach dem Begräbnis: ein Blumengruß ins Haus, zugestellt von Floristinnen vor Ort.
Auswahl und Preise ansehenWas auf die Kondolenzkarte gehört
Niemand erwartet einen Aufsatz. Eine gute Kondolenzkarte hat drei Teile: einen Satz der Anteilnahme, wenn möglich eine Erinnerung an die verstorbene Person, und einen Gruß. Wenn Sie können, bieten Sie konkrete Hilfe an. „Melde dich, wenn du etwas brauchst“ wird selten angenommen, „Ich bringe euch am Donnerstag ein Essen vorbei“ dagegen schon.
In Österreich übliche Einstiege, je nachdem, wie nahe Sie der Familie stehen:
- Förmlich, etwa an die Familie einer Kollegin: „Mit aufrichtiger Anteilnahme“ oder „Zum Tod Ihrer Mutter möchten wir Ihnen unser herzliches Beileid aussprechen.“
- Nachbarn und Bekannte: „Wir haben Herrn Huber immer gern im Garten getroffen. Er wird uns fehlen. In stiller Verbundenheit, Familie Berger.“
- Freunde: „Ich kann nicht glauben, dass Franz nicht mehr da ist. Ich denke ganz fest an dich und die Kinder.“
- Wenn Sie die verstorbene Person nicht kannten: „Ich habe vom Tod deines Vaters erfahren und bin in Gedanken bei dir.“
Bleiben Sie bei der Anrede, die Sie auch sonst verwenden. Floskeln wie „Die Zeit heilt alle Wunden“ oder „Er ist jetzt an einem besseren Ort“ meinen es gut, verletzen aber manchmal. Wer unsicher ist, schreibt lieber weniger.
Wenn Sie nicht selbst hinkommen
Wohnt die Familie in einem anderen Bundesland oder können Sie nicht persönlich vorbeischauen, lassen Sie die Blumen einfach zustellen. Sie brauchen die Wohnadresse der Angehörigen und einen Namen, der an der Tür steht. Kennen Sie die Adresse nicht, kann Ihnen meist die Bestattung weiterhelfen, die auf der Parte genannt ist. Eine Floristin aus der Umgebung bindet den Strauß und bringt ihn vorbei, an Werktagen oft noch am selben Tag. Wie die Zustellung genau abläuft, erklärt unser Ratgeber zum Blumenversand.
Häufige Fragen zu Kondolenzblumen
Darf ich Blumen schicken, wenn auf der Parte „statt Blumen“ steht?
Die Bitte, von Kranz- und Blumenspenden abzusehen, bezieht sich in erster Linie auf das Begräbnis. Spenden Sie dann wie gewünscht. Ein kleiner Strauß oder eine Karte ins Trauerhaus wird meist trotzdem gern angenommen; im Zweifel ist die Karte mit einem Hinweis auf Ihre Spende die sicherste Wahl.
Wie lange nach einem Todesfall kann ich noch kondolieren?
Eine feste Frist gibt es nicht. Üblich ist es in den Tagen nach Erscheinen der Parte, aber auch Wochen später, zum ersten Allerheiligen oder zum Jahrestag ist ein Blumengruß willkommen, oft sogar besonders.
Schreibe ich auf die Kondolenzkarte du oder Sie?
So, wie Sie die Angehörigen auch sonst ansprechen. Schreiben Sie an eine ganze Familie, die Sie unterschiedlich gut kennen, ist die Anrede „Liebe Familie …“ mit Sie-Form der neutrale Weg.
Sind Lilien als Kondolenzblumen eine gute Wahl?
Lilien sind klassisch, duften aber sehr stark und ihr Pollen färbt ab. In einer kleinen Wohnung oder bei Katzen im Haushalt sind weiße Rosen, Nelken oder eine Orchidee im Topf die bessere Wahl.