Lilien: welche Sorte wohin passt und wie sie lange blüht

Ein einziger Lilienstiel trägt mehrere Knospen, die nacheinander aufgehen, und ein großer Strauß beduftet mühelos Vorzimmer und Wohnzimmer zugleich. Auf dieser Seite: die Liliengruppen beim Floristen, ein Pflegeplan für rund zwei Wochen Blüte, welche Wildlilien in Österreich wachsen und wann Sie besser zu einer anderen Blume greifen.

Geöffnete Lilienblüte mit gut sichtbaren Staubbeuteln
Die klassische Schnittlilie
Weiße Lilie, wie sie gern für Trauerfloristik und Brautsträuße verwendet wird
Weiß - Hochzeit und Abschied
Kräftig rote Lilienblüte
Rot - viel Temperament
Rosa Lilien in einer Vase im Wohnraum
Rosa - herzlich und festlich

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Die vier Liliengruppen im Blumengeschäft

„Lilie“ ist beim Floristen nicht gleich Lilie. Was in Österreich als Schnittblume verkauft wird, sind fast immer Züchtungen aus wenigen großen Gruppen, und die unterscheiden sich deutlich in Duft, Blütengröße und Haltbarkeit. Wenn Sie wissen, welche Gruppe vor Ihnen steht, wissen Sie auch, wo der Strauß am besten hinpasst.

  • Orientalische Lilien: Die großen, weit geöffneten Blüten mit dem schweren, süßen Duft. Bekannte Sorten sind die rosa-weiße „Stargazer“ und die reinweiße „Casa Blanca“. Ideal für große Räume, Kirchen und Feiern, weniger für kleine Zimmer.
  • Asiatische Lilien: Kleinere Blüten, die meist nach oben schauen, dafür in fast jeder Farbe von Zitronengelb bis Dunkelrot. Sie duften kaum oder gar nicht und sind daher die richtige Wahl für duftempfindliche Menschen.
  • Longiflorum- oder Osterlilien (Lilium longiflorum): Schneeweiße, trichterförmige Blüten, die nur sanft duften. Rund um Ostern stehen sie oft in Kirchen, in der Trauerfloristik sind sie ein Klassiker.
  • Kreuzungen (LA- und OT-Hybriden): LA-Hybriden verbinden Longiflorum und asiatische Lilien, OT-Hybriden orientalische mit Trompetenlilien. Beide haben kräftige Stiele und große Blüten; OT-Sorten wie die gelbe „Conca d’Or“ duften deutlich, LA-Sorten nur leicht.

Liliengruppen im Vergleich

GruppeDuftVasenleben (ca.)
Orientalische Liliestark8-12 Tage
Asiatische Liliekaum10-14 Tage
Longiflorum (Osterlilie)mild8-12 Tage
LA- / OT-Hybrideleicht bis stark10-14 Tage

Begräbnis, Hochzeit, Spitalsbesuch: der richtige Rahmen

Weiße Lilien gehören in Österreich zu den Blumen, die man mit dem Abschied verbindet. Im Sargbukett, im Kranz oder als Trauerstrauß in der Aufbahrungshalle wirken sie ruhig und würdevoll, und als Kondolenzstrauß ins Trauerhaus sind sie eine stille, passende Geste. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber Blumen zum Begräbnis. Für das Grab zu Allerheiligen sind Schnittlilien dagegen keine gute Idee: Anfang November kann es nachts frieren, und dann ist die Blüte über Nacht dahin. Dafür sind Gestecke mit Chrysanthemen, Heide und Tannengrün gemacht.

Bei der Hochzeit haben Lilien eine lange Tradition, denn die weiße Madonnenlilie (Lilium candidum) ist seit Jahrhunderten ein Mariensymbol, und in vielen heimischen Kirchen sieht man sie auf Altarbildern oder in der Hand des heiligen Antonius. Im Brautstrauß gilt aber eine eiserne Regel: Staubbeutel vorher entfernen. Ein orangefarbener Pollenstreifen auf dem Brautkleid ist schwer zu retten.

Bei einem Besuch im Spital wählen Sie besser asiatische oder LA-Lilien. Der kräftige Duft orientalischer Sorten ist in einem kleinen Mehrbettzimmer schnell zu viel. Unsere Tipps für Blumen ins Krankenhaus helfen bei der Auswahl. Dasselbe gilt für den Esstisch: Neben dem Sonntagsbraten stört der Liliengeruch eher.

Bei den Farben sind die Bedeutungen weniger streng als bei Rosen. Weiß steht für Reinheit und Würde, Rosa wirkt herzlich und passt zu Geburtstag und Muttertag, Gelb und Orange bringen Fröhlichkeit, kräftiges Rot zeigt Temperament und Bewunderung. Wer es genauer wissen will, findet mehr in unserer Blumensprache.

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Lilien in der Vase: so halten sie zwei Wochen

  1. Richtig kaufen: Nehmen Sie Stiele, an denen ein bis zwei Blüten offen sind und die übrigen Knospen schon Farbe zeigen. Sind alle Knospen noch grasgrün und fest, bleiben viele davon zu.
  2. Anschneiden: Stiele mit einem scharfen Messer 2-3 cm schräg kürzen, nicht mit der Haushaltsschere quetschen. Blätter, die ins Wasser reichen würden, abstreifen.
  3. Saubere Vase, frisches Wasser: Leitungswasser in Zimmertemperatur reicht. Das beigelegte Frischhaltemittel einrühren, es versorgt die Knospen mit Zucker und bremst Bakterien.
  4. Staubbeutel abnehmen: Sobald sich eine Blüte öffnet, die sechs länglichen Staubbeutel mit einem Papiertaschentuch abzupfen, noch bevor sie stauben.
  5. Verblühtes ausputzen: Welke Einzelblüten direkt am Stiel abknipsen. So bleibt der Strauß ansehnlich und die Kraft geht in die nächsten Knospen.
  6. Pflegerhythmus: Alle zwei Tage Wasser wechseln und die Stiele um einen Zentimeter nachschneiden. Nicht neben die Obstschale stellen, denn reifendes Obst gibt Ethylen ab und lässt Blüten schneller altern.

Hat ein Pollenfleck doch die Tischdecke erwischt: nicht reiben und nicht mit Wasser drangehen, sonst zieht die Farbe tiefer ins Gewebe. Pollen trocken mit Klebeband abtupfen oder absaugen, erst dann waschen. Restspuren verblassen oft, wenn das Stück in der Sonne trocknet. Weitere Grundregeln für alle Schnittblumen finden Sie in unseren Pflegetipps und in der Übersicht Schnittblumen, die am längsten halten.

Wilde Lilien in Österreich

Abseits der Blumengeschäfte wachsen in Österreich auch heimische Lilien. Am bekanntesten ist der Türkenbund (Lilium martagon) mit nickenden, rosa-violetten Blüten, deren Blütenblätter wie ein Turban nach hinten eingerollt sind. Man findet ihn im Sommer in lichten Bergwäldern und auf Almwiesen. Die orangefarbene Feuerlilie (Lilium bulbiferum) blüht auf Bergwiesen, und in Kärnten, etwa in den Karawanken und am Dobratsch, kommt mit der Krainer Lilie (Lilium carniolicum) eine besonders seltene Art vor.

Wildlilien stehen in mehreren Bundesländern unter Naturschutz, in Tirol zum Beispiel Türkenbund und Feuerlilie. Pflücken oder Ausgraben ist also tabu, und wo sie nicht ausdrücklich geschützt sind, gilt dasselbe aus Rücksicht. Für den eigenen Garten kaufen Sie Zwiebeln und legen sie in lockere, durchlässige Erde, entweder im Herbst oder gleich nach dem Winter, etwa zwei- bis dreimal so tief, wie die Zwiebel hoch ist. Staunässe mögen Lilien gar nicht. Und halten Sie ab dem Austrieb Ausschau nach dem leuchtend roten Lilienhähnchen: Der kleine Käfer und seine Larven fressen die Blätter kahl und werden am besten regelmäßig abgesammelt.

⚠️ Katzenbesitzer, bitte unbedingt lesen: Echte Lilien (Lilium) und Taglilien (Hemerocallis) sind für Katzen hochgiftig. Gefährlich ist die ganze Pflanze, bis hin zum Blütenstaub auf dem Fell und zum Wasser in der Vase. Bereits winzige Mengen schädigen die Nieren, im schlimmsten Fall bis zum Nierenversagen. Typisch sind zuerst Speicheln und Erbrechen, danach wird die Katze matt und frisst nicht mehr. Warten Sie nicht ab, sondern fahren Sie sofort zum Tierarzt: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen. In einem Haushalt mit Katze haben Lilien am besten gar keinen Platz, auch nicht auf einem hohen Kasten. Calla und Friedenslilie sind übrigens keine echten Lilien; sie reizen Maul und Magen, schädigen aber nicht die Nieren. Welche Zimmer- und Gartenpflanzen Tieren sonst noch schaden, zeigt unser Ratgeber Blumen und Haustiere.

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Häufige Fragen zu Lilien

Was tun, wenn die Katze an einer Lilie war?
Fahren Sie sofort zum Tierarzt oder in eine Tierklinik, auch wenn die Katze noch munter wirkt. Schon etwas Pollen im Fell, ein angeknabbertes Blatt oder ein Schluck Vasenwasser kann ein akutes Nierenversagen auslösen. Die Behandlung wirkt am besten, wenn sie in den ersten Stunden beginnt. Nehmen Sie nach Möglichkeit ein Stück der Pflanze mit.
Lilienpollen auf Gewand oder Tischtuch: was hilft?
Finger weg von Wasser und Reiben. Lassen Sie den Blütenstaub trocken, tupfen Sie ihn mit Klebeband ab oder saugen Sie ihn vorsichtig ab. Erst danach waschen. Ein Rest verblasst oft, wenn das Stück einige Zeit in der Sonne trocknet.
Darf ich Türkenbund oder Feuerlilien in der Natur pflücken?
Nein. Naturschutz ist in Österreich Ländersache, und die heimischen Wildlilien sind in mehreren Bundesländern geschützt, in Tirol etwa Türkenbund und Feuerlilie. Bewundern ja, pflücken oder ausgraben nein. Gartenlilien bekommen Sie als Zwiebel im Fachhandel.
Meine Lilienknospen bleiben zu. Woran liegt das?
Meist waren die Knospen beim Schnitt noch ganz grün und fest, oder der Strauß steht zu kühl und zu dunkel. Knospen, die schon Farbe zeigen, öffnen sich zuverlässig. Schneiden Sie verblühte Blüten ab, damit die Kraft in die übrigen Knospen geht, und wechseln Sie regelmäßig das Wasser.

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