Pfingstrosen: die Bauerngartenblume für Generationen
Kaum eine Gartenblume wird so oft vererbt wie die Pfingstrose (Paeonia). In vielen österreichischen Bauerngärten blüht seit Jahrzehnten derselbe Stock, jedes Jahr rund um Pfingsten. Hier lesen Sie, welche Pfingstrose welche ist, warum manche nie blühen, warum jetzt im Herbst Pflanzzeit ist und wie Sie aus festen Knospen in der Vase volle Blüten bekommen.
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Blumen jetzt bestellenDrei Pfingstrosen, drei Charaktere
Im Gartencenter und im Blumengeschäft begegnen Ihnen vor allem drei Gruppen. Sie sehen sich in der Blüte ähnlich, verhalten sich im Garten aber ganz unterschiedlich:
- Bauernpfingstrose (Paeonia officinalis): Die alte Gartenform, meist in dicht gefülltem Rot wie die Sorte ‚Rubra Plena‘. Sie blüht etwas früher als die anderen Staudenpfingstrosen und ist seit Jahrhunderten in europäischen Gärten zu Hause. Wer einen Stock von der Großmutter geerbt hat, hat sehr oft diese Art.
- Edel- oder Chinesische Pfingstrose (P. lactiflora): Die Pfingstrose der Floristik. Sie bringt größere, oft duftende Blüten in Weiß, Creme, Rosa und Rot auf kräftigen Stielen. Bekannte Sorten sind das rosa ‚Sarah Bernhardt‘, die weiße ‚Duchesse de Nemours‘ oder ‚Bowl of Beauty‘ mit rosa Schale und cremefarbener Mitte.
- Strauchpfingstrose (P. suffruticosa und Hybriden): Verholzt und zieht im Winter nicht ein. Ihre tellergroßen, seidigen Blüten erscheinen schon im Mai. Dazwischen stehen die sogenannten Itoh- oder Intersektionellen Hybriden, Kreuzungen aus Stauden- und Strauchpfingstrose mit besonders vielen Blüten.
Alle Staudenpfingstrosen ziehen im Herbst ein und treiben im Frühjahr mit roten Sprossen wieder aus. Einmal gut eingewachsen, kann so ein Stock ohne Umsetzen viele Jahrzehnte am selben Platz blühen.
Jetzt im Herbst pflanzen
Wurzelnackte Ware setzt man ebenso wie geteilte alte Stöcke am besten im Herbst, in Österreich etwa von September bis Ende Oktober, solange der Boden offen ist. So haben die Wurzeln bis zum Austrieb Zeit, Fuß zu fassen.
- Standort wählen: Sonnig bis leicht halbschattig, mit tiefgründigem, nährstoffreichem Boden ohne Staunässe. Überlegen Sie gut, denn die Pflanze mag später nicht umziehen.
- Großzügig lockern: Pfingstrosen wurzeln tief. Lockern Sie den Boden spatentief und arbeiten Sie reifen Kompost ein.
- Flach setzen: Über den roten Knospen, auch „Augen“ genannt, sollen bei Staudenpfingstrosen höchstens drei bis fünf Zentimeter Erde liegen. An diesem Detail scheitern die meisten Pflanzungen.
- Strauchpfingstrosen tiefer: Veredelte Strauchpfingstrosen setzt man umgekehrt so tief, dass die Veredelungsstelle gut unter der Erde liegt. Dann bildet sie eigene Wurzeln.
- Geduld: Im ersten Jahr kommen oft nur wenige Blüten. Richtig üppig wird ein neuer Stock meist erst im dritten Sommer.
Warum blüht meine Pfingstrose nicht?
Wenn ein Stock jahrelang nur Blätter trägt, liegt es fast immer an einem dieser Gründe: Er wurde zu tief gepflanzt oder durch Mulch und Erdaufschüttung über die Jahre „verschüttet“. Er steht zu schattig, etwa unter einem gewachsenen Baum. Er wurde vor kurzem geteilt oder umgesetzt. Oder Spätfrost hat die Knospen im April erwischt. Zu tief sitzende Stöcke heben Sie im Herbst vorsichtig an und setzen sie flacher. Rechnen Sie danach mit ein, zwei blütenarmen Jahren.
Zwei Beobachtungen, die oft Sorgen machen, aber harmlos sind: Ameisen auf den Knospen sammeln nur süßen Nektar und schaden nicht. Und dass schwere, gefüllte Blüten nach einem Gewitterregen umkippen, verhindert ein Staudenring, den Sie schon im April über die jungen Triebe stellen. Werden Knospen dagegen braun und schimmlig, ist meist Grauschimmel die Ursache. Befallene Teile entfernen Sie dann sofort und entsorgen das Herbstlaub im Restmüll statt am Kompost.
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Preise und Sortiment ansehenPfingstrosen im österreichischen Jahreslauf
Im Garten blühen Pfingstrosen bei uns je nach Lage und Höhe etwa von Anfang Mai bis Ende Juni, in den Bergen etwas später als im pannonischen Osten. Damit fallen sie in eine Zeit voller Anlässe: Muttertag am zweiten Sonntag im Mai, Erstkommunion und Firmung, die Hochzeitssaison und Fronleichnam, wenn bei vielen Prozessionen Kinder Blütenblätter auf den Weg streuen.
Als Schnittblume bekommen Sie Pfingstrosen aus europäischem Anbau vor allem von Mai bis Juli. Außerhalb dieser Zeit kommen sie zum Teil von der Südhalbkugel, etwa aus Chile oder Neuseeland. Das ist möglich, aber meist teurer und das Angebot ist kleiner. Wer eine Hochzeit mit Pfingstrosen plant, ist im Mai und Juni am besten bedient. Mehr Ideen für den großen Tag finden Sie im Ratgeber Blumen zur Hochzeit und zum Jubiläum.
Von der Knospe zur vollen Blüte: Pfingstrosen in der Vase
Pfingstrosen sind dankbare Schnittblumen, wenn man sie im richtigen Moment erwischt. Die Knospe sollte sich anfühlen wie ein weiches Marshmallow und schon Farbe zeigen. Ganz harte, grüne Kugeln öffnen sich oft nicht mehr, weit aufgeblühte Blüten halten nur noch kurz.
- Ameisen und Nektar entfernen: Die Knospen kurz in kaltes Wasser tauchen oder sanft ausschütteln.
- Schräg anschneiden und alle Blätter entfernen, die ins Wasser reichen würden.
- Tempo steuern: In lauwarmem Wasser und im warmen Raum gehen die Knospen schneller auf. Kühl stehend lassen sie sich Zeit, und Sie haben länger etwas davon.
- Vorrat anlegen: Knospen aus dem eigenen Garten können Sie trocken in Zeitungspapier gewickelt einige Tage liegend im Kühlschrank lagern und dann nach und nach aufblühen lassen.
- Wasser regelmäßig erneuern und die Stiele dabei leicht kürzen.
Vom Öffnen der Knospe gerechnet hält eine Pfingstrose in der Vase meist rund fünf bis sieben Tage. Fallen die Blütenblätter, ist das kein Pflegefehler, sondern das natürliche Ende. Allgemeine Tricks für alle Schnittblumen finden Sie in unseren Pflegetipps.
Was eine Pfingstrose sagt
In China gilt die Pfingstrose seit Jahrhunderten als Blume des Wohlstands und der Ehre. Bei uns verbindet man sie eher mit Romantik, Fülle und Frühsommer. Rosa und Weiß stehen für Zuneigung und einen gelungenen Neuanfang, darum sind sie bei Hochzeiten, zur Geburt eines Kindes und zum Muttertag so beliebt. Ein tiefrotes Bauernpfingstrosen-Sträußchen wirkt dagegen bodenständig und herzlich, wie ein Gruß aus dem eigenen Garten. Mehr über die Bedeutung von Blumen lesen Sie in unserem Ratgeber zur Blumensprache.
Pfingstrose auf einen Blick
| Eigenschaft | Information |
|---|---|
| Gattung | Paeonia; Bauernpfingstrose = P. officinalis, Edelpfingstrose = P. lactiflora |
| Blüte im Garten | Etwa Anfang Mai bis Ende Juni |
| Pflanzzeit | Herbst, September bis Ende Oktober |
| Pflanztiefe Staudenpfingstrose | Knospen 3 bis 5 cm unter der Erde |
| In der Vase | Rund 5 bis 7 Tage ab dem Aufblühen |
| Für Haustiere | Giftig |
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