Blumenpflege: damit der Strauß nicht nach drei Tagen schlappmacht

Ob ein Strauß fünf oder zwölf Tage schön bleibt, entscheidet sich zu einem guten Teil in Ihrer Küche: an der Vase, am Wasser und am Platz, an dem er steht. Hier erklären wir, warum Schnittblumen welken, welche Handgriffe wirklich etwas bringen und welche Hausmittel Sie sich sparen können.

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Warum Schnittblumen überhaupt welken

Eine abgeschnittene Blume lebt weiter, sie hat nur ihre Wurzeln verloren. Wasser steigt durch feine Leitungsbahnen im Stiel nach oben und verdunstet über Blüten und Blätter. Welk wird sie, sobald mehr Wasser verdunstet, als nachkommt. Drei Dinge stören diesen Fluss am häufigsten:

  • Bakterien: Sie vermehren sich im Vasenwasser, vor allem an faulenden Blättern, und verstopfen die Schnittstelle.
  • Luft: Liegt ein Stiel länger trocken, zieht er Luftbläschen ein, die den Wassertransport blockieren.
  • Wärme und Ethylen: Hohe Temperaturen beschleunigen die Verdunstung, und das Reifegas Ethylen, das etwa Äpfel und Bananen abgeben, lässt Blüten schneller altern.

Alles, was Sie für eine lange Haltbarkeit tun, setzt an einem dieser drei Punkte an.

Die ersten Minuten nach der Zustellung

Viele zugestellte Sträuße kommen in einem Wasserbeutel oder mit feuchtem Material an den Stielen. Das hält sie unterwegs frisch, ersetzt aber keine Vase. Gehen Sie so vor:

  1. Vase reinigen. Heißes Wasser und ein Tropfen Spülmittel, dann gut ausspülen. Ein trüber Rand vom letzten Strauß ist ein Bakterienlager.
  2. Wasser einfüllen. Handwarmes Leitungswasser für die meisten Blumen, kaltes für Tulpen, Narzissen und andere Zwiebelblumen.
  3. Frischhaltemittel richtig dosieren. Das beigelegte Sackerl ist für eine bestimmte Wassermenge gedacht, meist steht sie darauf. Zu wenig Mittel in einer großen Vase kann sogar schaden, weil dann der Zucker die Bakterien füttert, ohne dass genug Bakterienhemmer da ist.
  4. Auspacken über der Spüle. Wasserbeutel aufschneiden, Papier und Folie entfernen. Die Bindung können Sie meist lassen, sie hält den Strauß in Form.
  5. Blätter ab, die ins Wasser ragen würden. Was unter Wasser steht, fault.
  6. Anschneiden. Zwei bis drei Zentimeter mit einem scharfen Messer oder einer Rosenschere, schräg, damit die Schnittfläche größer ist und der Stiel nicht flach am Vasenboden aufsitzt. Eine stumpfe Küchenschere quetscht die Leitungsbahnen. Danach sofort ins Wasser.

Hartes oder weiches Wasser: spielt das eine Rolle?

Das Leitungswasser in Österreich ist je nach Region sehr unterschiedlich. Wien wird zum größten Teil mit Quellwasser aus den Kalkalpen versorgt; Wiener Wasser gibt die Härte mit 6 bis 12 Grad deutscher Härte an, in einigen Bezirken bis zu 20. Andernorts kann das Wasser deutlich weicher oder härter sein; den Wert für Ihre Gemeinde erfahren Sie bei Ihrem Wasserversorger.

Für die meisten Sträuße ist das kein Problem. Schnittblumen nehmen leicht saures Wasser allerdings besser auf, und genau dafür enthält das Frischhaltemittel eine Säure. In kalkreichem Wasser wird ein Teil davon abgepuffert. Wenn Ihr Wasser hart ist, sollten Sie das Mittel daher nicht weglassen oder zu sparsam dosieren. Kalkränder in der Vase entfernen Sie mit Essigwasser, bevor Sie sie das nächste Mal verwenden.

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Der richtige Platz, besonders in der Heizsaison

Von Oktober bis April ist trockene Heizungsluft der größte Feind eines Straußes. Diese Plätze sind ungünstig:

  • Das Fensterbrett über dem Heizkörper, auch wenn es dort am hellsten ist. Die aufsteigende Wärme trocknet Blüten in kurzer Zeit aus.
  • Direkte Sonne im Sommer, etwa in einer Dachgeschoßwohnung am Südfenster.
  • Neben der Obstschale oder dem Brotkorb mit Äpfeln und Bananen.
  • In der Zugluft zwischen gekipptem Fenster und Tür.

Gut sind ein heller Platz ohne pralle Sonne und eher kühle Räume. Ein bewährter Trick: Stellen Sie den Strauß über Nacht ins kühle Vorzimmer oder Schlafzimmer. Nur auf den Balkon sollte er im Winter nicht, Frost verträgt kaum eine Schnittblume.

Die kleine Routine alle zwei Tage

  • Wasser komplett wechseln, nicht nur nachfüllen. Ist es trüb oder riecht es, auch die Vase ausspülen.
  • Einen Zentimeter nachschneiden, damit die Schnittstelle frisch bleibt.
  • Verblühtes herausnehmen. Welke Blüten geben Ethylen ab und reißen die anderen mit.

Bei manchen Hausmitteln können Sie sich die Mühe sparen. Die oft empfohlene Kupfermünze etwa: Unsere 1-, 2- und 5-Cent-Stücke sind aus Stahl mit einer dünnen Kupferschicht, und eine messbare Wirkung im Vasenwasser ist ohnehin nicht belegt. Zucker allein füttert die Bakterien. Sauberes Wasser und das richtig dosierte Frischhaltemittel bringen mehr als jedes Hausrezept.

Blume für Blume: was die einzelnen Sorten brauchen

Tulpen

Tulpen wachsen in der Vase weiter und drehen sich zum Licht. Geben Sie ihnen nur eine Handbreit kaltes Wasser, dafür öfter frisches, und eine Vase, die sie stützt. Hängen sie durch, wickeln Sie den Strauß straff in Zeitungspapier und stellen ihn für eine Stunde an einen kühlen Ort ins Wasser. Danach stehen die meisten wieder aufrecht.

Narzissen

Frisch angeschnittene Narzissen geben einen Schleim ab, der anderen Blumen schadet. Lassen Sie sie deshalb zuerst einige Stunden allein in einer Vase stehen und schneiden Sie sie danach nicht mehr an, wenn Sie sie mit Tulpen kombinieren möchten.

Rosen

Rosen danken einen scharfen Schrägschnitt und eine hohe Vase, weil ihre langen Stiele viel Wasser brauchen. Dornen nur unter der Wasserlinie entfernen, oben dürfen sie bleiben. Lassen sie trotzdem die Köpfe hängen, hilft unser eigener Ratgeber Rosen lassen die Köpfe hängen.

Lilien

Zupfen Sie die Staubbeutel ab, sobald sich eine Blüte öffnet, am besten mit einem Taschentuch. Ihr Pollen hinterlässt hartnäckige Flecken auf Tischtuch und Kleidung. Lilien sind außerdem für Katzen giftig, schon kleine Mengen Pollen sind gefährlich. Mehr dazu unter giftige Blumen für Haustiere.

Hortensien

Hortensien trinken nicht nur über den Stiel, sondern auch über die Blüte. Wird ein Kopf schlapp, tauchen Sie ihn kopfüber für einige Zeit ganz in kaltes Wasser; oft erholt er sich erstaunlich gut.

Gerbera

Gerbera-Stiele sind behaart und faulen leicht. Ein paar Zentimeter Wasser genügen, das dafür häufig wechseln.

Flieder und Zweige

Holzige Stiele schneiden Sie schräg an und spalten das untere Ende ein paar Zentimeter längs ein. Flieder ist durstig und braucht eine gut gefüllte Vase.

Sonnenblumen

Sonnenblumen trinken viel und sind kopflastig. Eine schwere, standfeste Vase und täglich ein Blick auf den Wasserstand ersparen Ihnen Überraschungen.

Wer schon beim Aussuchen an die Haltbarkeit denkt, greift zu Chrysanthemen, Nelken oder Alstroemerien. Welche Sorten am längsten frisch bleiben, haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengestellt: Schnittblumen, die am längsten halten.

Häufige Fragen zur Blumenpflege

Hilft eine Kupfermünze im Vasenwasser?

Kaum. Die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen bestehen aus Stahl mit einer dünnen Kupferschicht, und selbst echtes Kupfer gibt im Wasser zu wenig ab, um Bakterien zuverlässig zu bremsen. Sauberes Wasser und das Frischhaltemittel bringen deutlich mehr.

Kann ich statt Frischhaltemittel einfach Zucker ins Wasser geben?

Nur Zucker ist keine gute Idee, weil er auch die Bakterien füttert. Das fertige Mittel enthält zusätzlich Säure und einen Bakterienhemmer. Haben Sie keines, wechseln Sie lieber täglich das Wasser und halten Sie die Vase sauber.

Ist hartes Leitungswasser schlecht für Schnittblumen?

Für die meisten Sträuße reicht normales Leitungswasser völlig. Bei sehr kalkreichem Wasser lohnt es sich aber besonders, das Frischhaltemittel richtig dosiert zu verwenden, weil es das Wasser leicht ansäuert und die Blumen es dann besser aufnehmen.

Warum soll ich Narzissen nicht mit anderen Blumen mischen?

Frisch angeschnittene Narzissen geben einen Schleim ab, der andere Blumen schneller welken lässt. Stellen Sie sie zuerst einige Stunden allein in eine Vase und schneiden Sie sie danach nicht mehr an, dann vertragen sie sich mit Tulpen und Co.

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