Die Madonnenlilie
Als weiße Lilie schlechthin gilt Lilium candidum. Die Art stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum, wird aber seit Jahrhunderten in Gärten gezogen, auch in Bauerngärten nördlich der Alpen. Ihre Blüten sind reinweiß, duften kräftig und öffnen sich je nach Lage im Mai und Juni. Die Zwiebel sitzt auffallend flach unmittelbar unter der Erdoberfläche, im Herbst bildet die Pflanze eine grundständige Blattrosette, die den Winter übersteht.
Pflanzen Sie sie im Spätsommer an einen sonnigen Platz.
Weiß in Kirche und Alltag
In der Marienverehrung wurde die weiße Lilie zum Zeichen der Reinheit, der Name Madonnenlilie erinnert daran. Auf alten Altarbildern hält der Erzengel Gabriel sie in der Hand. Darum zählen weiße Lilien traditionell zum festlichen Blumenschmuck, etwa bei Erstkommunion, Firmung oder Hochzeit. Zu Allerheiligen und Allerseelen sieht man sie auf manchem Grab, meist neben Chrysanthemen und Heide.
Weiße Sorten für die Vase
Im Blumenhandel bekommen Sie meist weiße Orientalische Hybriden. Sie duften stärker als asiatische Typen und tragen größere Blüten. Bei Weiß fallen Pollenflecken sofort auf: Zupfen Sie die Staubbeutel mit einem Tuch ab, sobald die Blüte aufgeht, und nehmen Sie Reste nicht durch Reiben, sondern mit Klebeband weg.
- Kühler Platz und frisches Wasser verlängern die Blüte.
- Stiele schräg anschneiden und untere Blätter entfernen.
- Der Duft kann in kleinen Räumen aufdringlich wirken.
Hinweis für Katzenhaushalte
Weiße Lilien sind ebenso giftig wie alle echten Lilien. Nach Angaben der US-Arzneimittelbehörde FDA können schon kleine Mengen bei Katzen zu Nierenversagen führen. Vom Küchentisch bis zum Grab gilt: Katze und Lilie sollten sich nicht begegnen.