Von Wildrosa bis Pink
Der Rote Fingerhut blüht in der Natur in Purpur bis Rosa. Gartensorten bieten Zartrosa, Lachs und Pink. Bekannt sind Hybriden wie die Excelsior-Gruppe, bei der die Glocken rundum am Stiel stehen und sich in die Waagrechte öffnen. Die Blüten haben oft dunkle Punkte im Inneren, die Bienen und Hummeln den Weg zum Nektar zeigen.
Zweijähriger Rhythmus
Der Fingerhut braucht zwei Jahre bis zur Blüte. Im ersten Sommer wächst nur eine Rosette aus großen, behaarten Blättern. Im zweiten Jahr treibt der Stängel, blüht und bildet Samen. Danach stirbt die Pflanze meist ab. Wer jedes Jahr Fingerhut im Beet möchte, sät daher in zwei aufeinanderfolgenden Jahren oder lässt sich selbst aussäen.
Gestaltung
- Als Hintergrund in Staudenbeeten, an Zäunen und Gehölzrändern.
- Mit Frauenmantel, Storchschnabel und Farnen kombinieren.
- Nicht in Gärten mit kleinen Kindern oder Weidetieren ohne Bedacht pflanzen.
Die Blüte bietet Hummeln eine Landebahn: Sie kriechen in die Glocken, um Nektar zu sammeln. Wer ein Insektenbeet plant, setzt den Fingerhut deshalb gern als Hintergrund. Die Samen reifen im Spätsommer und lassen sich in Papiertüten sammeln.
Giftig, aber auch Heilpflanze
Der Fingerhut enthält Herzglykoside. Ein verwandter Fingerhut, der Wollige Fingerhut, dient als Quelle für Digoxin, das in der Medizin bei Herzschwäche eingesetzt wird. Die Wirkstoffe sind jedoch in den Pflanzen selbst unkontrolliert dosiert und gefährlich. Die ASPCA führt den Fingerhut für Hunde, Katzen und Pferde als giftig.
Bei Vergiftungsverdacht bei Menschen hilft rund um die Uhr die Vergiftungsinformationszentrale (VIZ) in Wien, Telefon 01 406 43 43, in akuten Fällen der Notruf 144. Bei Tieren sollten Sie unverzüglich die Tierarztpraxis anrufen.