Cremeweiß und stark duftend
Wenn vom weißen Geißblatt die Rede ist, sind meist Arten mit hellen, gelblichweißen Blüten gemeint. Das Echte Geißblatt bringt sie hervor, oft mit rötlichem Hauch. Weiß ist hier kein reines Weiß, sondern ein warmer Creme- bis Elfenbeinton, der in der Dämmerung auffällig leuchtet. Die Blüten sind kurzlebig und blühen von Mai bis Juli, bei günstigem Wetter bis in den Herbst.
Warum der Duft abends kommt
Die Blüten bieten reichlich Nektar und verströmen in den Abendstunden einen intensiven Duft. Das passt zu den Besuchern: Nachtfalter mit langem Rüssel erreichen den Nektar am Grund der engen Röhre. Wer das Geißblatt am Sitzplatz pflanzt, hat an Sommerabenden also ein kleines Duftzentrum.
Platz, Halt und Schnitt
- Für die Wuchskraft braucht es eine stabile Stütze.
- Der Fuß der Pflanze darf beschattet sein, die Triebe wollen Licht.
- Ein Rückschnitt nach der Blüte hält sie in Form.
- Rasch wachsende Triebe regelmäßig neu anbinden.
Die Blüten wechseln mit der Zeit ihre Farbe: Anfangs sind sie weißlich, mit dem Verblühen werden sie gelblich. Dadurch zeigt eine Pflanze mehrere Töne zugleich. Unter einem Dachüberstand oder neben dem Eingang kommt der Abendduft besonders zur Geltung, weil die Luft dort ruhiger steht. Wer einen Sitzplatz überdacht, setzt das Geißblatt am besten auf die Windseite, damit die Duftwolke über den Tisch zieht.
Giftigkeit
Die rötlichen Beeren sind schwach giftig und gehören nicht in Kinderhände. Bei Verdacht auf Verzehr berät die Vergiftungsinformationszentrale in Wien rund um die Uhr unter 01 406 43 43, bei schweren Beschwerden gilt der Notruf 144. Wenn ein Hund oder eine Katze Beeren gefressen hat, hilft die Tierarztpraxis weiter.