Der Strauch am Gartenzaun
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist in großen Teilen Europas heimisch und wird als Strauch oder kleiner Baum bis zu etwa 7 bis 10 Meter hoch. Er trägt Blätter aus meist fünf Fiederblättchen. Im Volksglauben galt der Holler als Schutzbaum für Haus und Hof: Wer ihn beschädigte, brachte angeblich Unglück.
Blüte und Frucht
Die flachen Blütendolden messen 10 bis 15 Zentimeter und erscheinen von Mai bis Juli. Daraus macht man in Österreich Hollersirup und Hollerkücherl, in Teig gebackene Blütendolden. Die dunklen Beeren reifen im August und September und enthalten je drei Samen.
Als Heilpflanze wird der Holunder seit alters geschätzt: Holunderblüten besitzen schweißtreibende und entzündungshemmende Eigenschaften und werden als Tee verwendet. Im Volksglauben galt der Strauch als Schutz vor Hexen und Blitz, und in der germanischen Mythologie wurde er Schutzgöttinnen wie Freya und Frigg zugeordnet.
Im Garten verträgt er auch Halbschatten und braucht kaum Pflege; ein Rückschnitt nach der Blüte hält ihn in Form. Wer Früchte ernten will, sollte sie vor dem Verzehr stets kochen.
Roh nicht essen
Rohe Beeren enthalten cyanogene Glykoside und Lektine. Durch Erhitzen zerfallen die Glykoside, daher werden Beeren nur gekocht verarbeitet. Bei Vergiftungsverdacht erreichen Sie die Vergiftungsinformationszentrale Wien unter 01 406 43 43.
Anbau
Holunder verträgt Sonne bis Halbschatten und gedeiht auf nährstoffreichen, frischen Böden. Er ist anspruchslos und winterhart. In Österreich wurde der Anbau 2020 auf 1.084 Hektar mit über 5.350 Tonnen Ertrag betrieben, den größten Anteil hatte die Steiermark.
Haustiere
Rohe Pflanzenteile können Hunden und Katzen Magen-Darm-Beschwerden verursachen; im Zweifel zur Tierärztin oder zum Tierarzt.