Warum rote Rittersporne selten sind
Die gewöhnlichen Gartenrittersporne stammen von Arten ab, die blau oder violett blühen. Daraus entstanden Weiß, Rosa und Lavendel, aber kein sattes Rot. Rote Blüten findet man vor allem bei Wildarten der nordamerikanischen Westküste. In österreichischen Gärtnereien trifft man reines Rot daher selten an, und Angebote tendieren eher zu Purpur oder Rosarot.
Der Scharlach-Rittersporn
Als Vertreterin der roten Rittersporne gilt vor allem Delphinium cardinale, heimisch in Kalifornien und im Norden Baja Californias, wo sie an buschbestandenen Hängen wächst. Ihre Triebe erreichen häufig mehr als zwei Meter, die leuchtend scharlachroten Blüten haben etwa drei Zentimeter und zeigen gelbe Flecken an den oberen Blütenblättern.
NatureServe stuft die Art als gefährdet ein.
Ein Fall für Kolibris
Bei den meisten Rittersporn-Arten fliegen Hummeln und andere Insekten. Der Scharlach-Rittersporn hat dagegen röhrenförmige rote Blüten, die an Kolibris angepasst sind. Solche Bestäuber fehlen in Mitteleuropa.
Im Garten anbauen
Die Art ist an warme, trockene Standorte gewöhnt. In Österreich eignet sich am ehesten ein sonniger, sehr durchlässiger Platz in milden Lagen wie dem Weinviertel oder dem Burgenland. Setzen Sie die Pflanzen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai aus und decken Sie bei Spätfrost ab. In Gebirgslagen empfiehlt sich ein Topf, der im Winter frostfrei steht.
Gefährlich wie der blaue
Auch der rote Rittersporn enthält Alkaloide und ist laut ASPCA für Hund, Katze und Pferd giftig. Die Farbe macht ihn nicht harmloser. Die Vergiftungsinformationszentrale Wien berät rund um die Uhr unter 01 406 43 43. Zeigen sich schwere Symptome, rufen Sie 144. Ein betroffenes Tier braucht tierärztliche Hilfe.