Ein Balkanstrauch kam über Wien
Der Gewöhnliche Flieder stammt aus Südosteuropa, von Albanien bis Rumänien. Nach Wien kam er der Überlieferung zufolge 1560 durch den kaiserlichen Gesandten Ogier Ghislain de Busbecq und verbreitete sich von dort in ganz Mitteleuropa. Der Strauch erreicht zwei bis sechs Meter Höhe, im Gebirge steigt er laut Wikipedia bis gut 1500 Meter.
Die stark duftenden Rispen öffnen sich zwischen April und Mai.
Klassisches Lila
Die Wildform blüht in zartem Fliederfarben, das dem Farbton den Namen gab. Aus einer Wildpflanze wurden zahlreiche Gartensorten in Weiß, Rosa und Purpur. Im österreichischen Garten gehört der Flieder zu den Frühlingsboten: Wo es im Weinviertel oder in der Wachau mild ist, blüht er früher, in Gebirgstälern mehrere Wochen später.
Die Blüten halten bei Spätfrost oft nicht durch.
Pflegen und schneiden
- Wählen Sie einen sonnigen Standort mit durchlässigem, neutralem bis kalkhaltigem Boden.
- Schneiden Sie direkt nach der Blüte, denn die Knospen fürs nächste Jahr setzt der Strauch im Sommer an.
- Entfernen Sie Verblühtes, damit der Strauch keine Kraft in Samen steckt.
- Bei veredelten Pflanzen sollten Sie Wurzelschosse abschneiden.
Abgrenzung und Haustiere
Beim Namen herrscht Verwechslungsgefahr: In manchen Gegenden heißt der Holunder Flieder, und Fliederbeersaft stammt vom Holunder, nicht vom Flieder. Der Gewöhnliche Flieder bildet Kapselfrüchte. Er steht nicht auf der Liste giftiger Pflanzen der ASPCA; der dort genannte Persische Flieder (Melia azedarach) ist eine völlig andere Art.
Als Schnittzweig zu Muttertag und Pfingsten ist er ein Klassiker.