Eine Kreuzung mit Gesicht
Was in den Gärtnereien als Stiefmütterchen verkauft wird, ist botanisch Viola × wittrockiana, eine Kreuzung unter anderem aus Gelbem Veilchen, Wildem Stiefmütterchen und Altai-Veilchen. Die Pflanzen werden rund 20 Zentimeter hoch, die fünfblättrigen Blüten messen vier bis sechs Zentimeter. Viele Sorten tragen in der Mitte einen dunklen Fleck, der an ein kleines Gesicht erinnert; bei modernen Züchtungen fehlt er allerdings häufig.
Die Farbauswahl reicht von Gelb und Orange über Blau und Violett bis zu fast schwarzen Tönen.
Wann es auf Österreichs Balkonen losgeht
Stiefmütterchen sind kälteverträglich und deshalb meist die erste Blüte im Jahr. Schon im Vorfrühling füllen sie Kisten, Schalen und Beete, wenn andere Pflanzen noch nicht ins Freie dürfen. Gegen die Eisheiligen Mitte Mai müssen sie sich also nicht mehr fürchten, anders als Geranien. Im Herbst gepflanzt, überwintern sie vielerorts und blühen an milden Tagen schon im Winter.
In Höhenlagen schützt bei Kahlfrost eine Lage Reisig oder ein dünnes Vlies.
Pflege ohne Aufwand
- Hell bis halbschattig, in lockerer, nährstoffreicher Erde.
- Gleichmäßig gießen, Staunässe vermeiden.
- Welke Blüten regelmäßig abzupfen, dann bildet die Pflanze weiter Knospen.
- Nach dem Sommer lässt die Blüte bei Hitze nach; kühle Standorte verlängern sie.
Neben den Gartenformen gibt es das Wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor), das auf mageren Wiesen und Äckern wächst und kleinere, meist violett-gelbe Blüten trägt. Es wird seit Langem als Heilpflanze erwähnt, ist in der Gärtnerei aber nur selten erhältlich. Für Beete und Kisten kaufen Sie in der Regel die großblumigen Gartenformen, die sich sehr einfach pflegen lassen.
Tiere und Kinder
Laut der Pflanzenliste der ASPCA gilt das Stiefmütterchen als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde. Trotzdem können größere Mengen jeder Pflanze den Magen belasten. Wer ein junges Haustier hat, stellt die Schale am besten etwas erhöht auf.