Selten in freier Natur
Wild wachsendes Vergissmeinnicht ist blau bis violett, weiße Blüten sind eine Rarität. Die weißen Sorten im Garten gehen auf Züchtungen des Wald-Vergissmeinnichts zurück, aus dem seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Sorten entstanden. Weiß mit gelbem Auge passt zu Frühlingszwiebeln und zu Funkien, die erst später austreiben.
Wo Weiß glänzt
Im Halbschatten, unter Obstbäumen und am Gehölzrand fallen weiße Blüten besonders auf. Auf dunkler Erde bleibt der Kontrast deutlicher sichtbar. Mischen Sie Weiß und Blau, dann entsteht ein luftiger Wolkeneffekt, und lassen Sie einige Pflanzen aussamen, damit sie wiederkehren.
Aussaat in zwei Schritten
Säen Sie im Frühsommer an einem halbschattigen Ort aus. Im ersten Jahr wächst nur eine Blattrosette, die Blüte folgt im zweiten Frühjahr. Die Erde soll gleichmäßig frisch sein, nicht nass. Wegen der kurzen Keimfähigkeit nehmen Sie frisches Saatgut. Streuen Sie die Samen dünn aus und drücken Sie sie nur leicht an, und halten Sie das Beet bis zum Keimen gleichmäßig feucht.
In Hochlagen und im Alpenvorland beginnt die Blüte später als im Weinviertel oder im Burgenland.
Reinheit und leises Gedenken
Weiß steht bei Blumen traditionell für Reinheit. Das Vergissmeinnicht im Ganzen gilt als Zeichen der Erinnerung. Österreichische Friedhöfe zeigen im Frühjahr oft niedrige Blühpflanzen, dazu zählt auch das Vergissmeinnicht. Zu Allerheiligen sind dagegen Chrysanthemen und Heide verbreiteter.
Haustiere
Die Gattung fehlt auf der ASPCA-Liste giftiger Pflanzen. Gartenpflanzen sollten Hunde und Katzen dennoch nicht fressen, denn Magenverstimmungen sind möglich.